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Radon – das unbekannte Risiko in den eigenen vier Wänden



Die wenigsten Bauherren, Hausbesitzer und Vermieter wissen um die unsichtbare Gefahr, die von Radon ausgeht. Das radioaktive Gas bildet sich überall im Boden. An der frischen Luft verflüchtigt es sich in Sekundenschnelle. In schlecht belüfteten Räumen, vornehmlich im Keller und im Erdgeschoss, kann es dagegen zu gefährlichen Konzentrationen kommen. Radon ist heute nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Was ist Radon?

Radon ist ein unsichtbares, sehr bewegliches Edelgas, das man weder schmecken noch riechen kann. Daher wird es von den Bewohnern nicht wahrgenommen. Bevor Maßnahmen gegen eine Radonbelastung vorgenommen werden können, muss der Radongehalt in Innenräumen von zugelassenen Radonlaboren wie radonova.de gemessen werden.

Wie entsteht Radon?

Radon entsteht als Zwischenprodukt beim radioaktiven Zerfall von Uran im Boden. Uran ist überall in der Erdkruste und im Gestein vorhanden.

In diesen Regionen kommt Radon gehäuft vor

Die Verteilung ist in Deutschland unterschiedlich ausgeprägt. Die Radonkarte des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) gibt über die großräumige Verteilung von Radon im Bundesgebiet Auskunft. Danach sind besonders die Regionen Süddeutschlands wie das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald, der Schwarzwald und das Alpenvorland betroffen.


Das bedeutet nicht, dass in anderen Regionen keine Gefahr besteht. Uran ist regional in sehr unterschiedlichen Konzentrationen verteilt. Genaue Werte können nur über exakte Messungen ermittelt werden.

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Radonmessungen sind einfach und günstig durchzuführen! (© Radonova)

Radon-Vorsorgegebiete

Die Bundesländer wurden per Strahlenschutzgesetz dazu verpflichtet, bis Ende 2020 sogenannte Radon-Vorsorgegebiete auszuweisen. Dabei wurden die Werte durch Tausende von Messungen im ganzen Bundesgebiet ermittelt.

In diesen ausgewiesenen Regionen wird in vielen Gebäuden der Referenzwert von Radon, der sich auf 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft beläuft, besonders häufig überschritten. Daher gelten dort nun besondere gesetzliche Bestimmungen für Neubauten und am Arbeitsplatz.

Auf diesen Wegen gelangt Radon ins Haus

Radon dringt vom Erdreich über Risse, Fugen und Spalten in der Bausubstanz ins Gebäude vor. Besonders betroffen ist das Fundament und das erdnahe Mauerwerk. Außerdem nutzt das Gas Kabel- und Rohrdurchlässe und findet seinen Weg über Versorgungs- und Kaminschächte in höher gelegene Räume.

Besteht ein Unterdruck, erhöht dieser die Gefahr, dass Radon in die Wohnbereiche vordringt. Im Gebäude sammelt sich Radon dann in schlecht belüfteten Räumen. Das Gas lässt sich nicht aus der Raumluft filtern.

So wirkt sich Radon auf die Gesundheit aus

Beim Zerfall von Radon entstehen radioaktive Isotope wie Blei, Polonium und Wismut. Diese lagern sich an Staubteilchen in der Raumluft in Form von Aerosolen an. Wer sich in einem belasteten Raum aufhält, atmet sowohl das Gas als auch die kurzlebigen Folgeprodukte ein.

Während das eigentliche Radon rasch wieder ausgeatmet wird, setzen sich die radioaktiven Zerfallsprodukte im empfindlichen Lungengewebe fest. Dort zerfallen sie weiter, wobei gefährliche radioaktive Alphastrahlung entsteht. Diese schädigt die Zellen der Lunge und greift deren Erbgut an. Der Effekt wird bei hoher Konzentration und langer Exposition verstärkt. Die Folge dieses Prozesses ist die Entstehung von Lungenkrebs.

Maßnahmen zum Radonschutz

Wenn der Verdacht auf Radon mit Messungen bestätigt wurde, sind verschiedene Maßnahmen möglich, um Abhilfe zu schaffen. Dabei ist zwischen Neu- und Bestandsbauten zu unterscheiden.

Neubauten

Bei der Errichtung neuer Gebäude fordert das Strahlenschutzgesetz grundsätzlich, dass bei Arbeitsplätzen und Aufenthaltsräumen besondere Maßnahmen getroffen werden, die den Eintritt des Gases erschweren oder verhindern. Dabei sind beim Neubau mindestens die geltenden Standards der Technik hinsichtlich des Feuchteschutzes einzuhalten.

In Vorsorgegebieten besteht für Bauherren die Pflicht, zusätzliche bauliche Maßnahmen zum Radonschutz zu ergreifen. Genannt wird eine Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton. Auch Radonschutzfolien werden empfohlen.

Bestandsbauten

Bei Bestandsbauten kann sich der Radonschutz schwieriger gestalten. Eine erste Maßnahme ist ein regelmäßiges Stoßlüften mit Durchzug, bei dem innerhalb weniger Minuten die gesamte Raumluft ausgetauscht wird. Zeigt sich diese Maßnahme nach weiteren Messungen als sinnvoll, kann die Installation einer Lüftungsanlage eine dauerhafte Lösung sein.

Zusätzlich bietet es sich an, Leitungskanäle zum Keller, Fugen, Spalten und Ritze im Keller mithilfe dauerelastischer Kittmassen wie Silikon zu verschließen. Die Kellertür kann mit nachgiebigen Dichtungsprofilen und einem automatischen Türschließer abgedichtet werden. Zusätzlich bietet es sich an, das Radon regelmäßig abzusaugen. Sollten alle DIY-Maßnahmen keinen Erfolg zeitigen, ist es an der Zeit, einen Radonfachmann hinzuzuziehen. Dieser findet auch die kleinsten Einfallswege und versiegelt sie professionell.

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