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Heizung intelligent steuern? Vorteile von Smarthome in der Haustechnik

Junkers Cerapur Gastherme: Einstellungen auf der Bedienoberfläche

Sie wollen ihre Haustechnik intelligent steuern? Die Heizung komfortabel bedienen und gleichzeitig Heizkosten sparen? Dann sind aktuelle Smarthome-Systeme genau passend.

Smarthome ist in aller Munde und die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.

Klassische Beispiele wie Bewegungsmelder um Licht oder ein Unterputz-Radio im Gäste-WC anzuschalten sind da fast schon die altbackenen Einsatzgebiete.

Die weite Verbreitung von smarten Speaker wie Alexa oder Google Home fördert die Zunahme der Technik und Digitalisierung noch bedeutend. Wobei sich der Einsatz dann oftmals trotzdem lediglich noch auf die Steuerung von Liedern oder Licht und Steckdosen beschränkt – „Alexa, schalte das Licht an“ ist dann ein gängiger Satz in deutschen Wohnzimmern.

Es gibt aber noch weitere Haustechnik die immer smarter wird und mit der sich nicht nur Komfort erreichen lässt, sondern mit der man auch viel Geld sparen kann. Die Rede ist von intelligenter Heizungssteuerung oder Stromzähler. Das muss dann im übrigens nicht immer smart sein. Smart im Sinne von per App bedienbar und jederzeit unterwegs aus steuerbar. Macht aber oftmals Sinn, bzw. der Mehrwert liegt hier auch eher in den Schnittstellen für Applikationen mit denen man dann den Verbrauch visualisieren und optimieren kann.

Die Digitalisierung macht also auch vor der Heizungsanlage nicht halt. Elektronische Temperaturfühler und Bedienelemente gibt es natürlich schon lange. Neu ist aber seit einiger Zeit, dass diese Bedienelemente sich nun smart bedienen und aussteuern lassen und somit effizienter werden – was letztlich Heizkosten sparen soll.

Diese neuen Steuerungseinheiten benötigen dafür eine Schnittstelle zum Heimnetz – entweder per WLAN oder LAN (Kabel)-Verbindung. In der Regel gibt es noch je nach Hersteller eine passende App fürs Smartphone oder Tablet dazu. Mit dieser Kombination lässt sich dann nicht nur die Heizung steuern, sondern direkt auch weitere Funktionen wie Verbrauchsstatistiken einsehen. Dies ist besonders wichtig, denn nur was man messen kann, kann man auch langfristig optimieren (um darüber Geld zu sparen).

Da die smarte Heiztechnik in der Regel nur eine entsprechende Bedieneinheit benötigt, kommt sie für viele Heizungstypen in Frage, wobei die aktuell gängigsten wohl Gasthermen und Wärmepumpen sein dürften.

Es gibt einige bereits am Markt etablierte Systeme wie zb. das Homecom, das von den weit verbreiteten Thermen von Bosch, Junkers und Buderus unterstützt wird. Aber auch die großen Energieversorger wie Innogy, Eon oder Ewe drängen verstärkt in diesen Smarthome-Markt und wollen ihren Kompetenz in diesen Bereichen ausspielen. Darüberhinaus gibt es noch kleinere Anbieter und Startups wie Getfresh Energy oder Discovergy die sich auf Smart Meter spezialisiert haben und Innovationen für die Heizungs- und Strom-Messung anbieten. Darüberhinaus gibt es aber noch eine Menge weiterer Firmen die vom Smarthome-Durchbruch in Deutschland profitieren wie man beim Handelsblatt lesen kann. Da die Möglichkeiten fast unbegrenzt sind, sollte man sich aber schon genau anschauen für welches System man sich entscheidet, da auch die Geräte und damit Funktionen und Vorteile teils sehr unterschiedlich sind.

Bauherrentipp: Wer gerade in der Hausbau Planung steckt sollte darauf achten, dass sich in der Nähe der Heizungstherme ein Internet-Anschluss (LAN-Kabel oder direkt der Router) befindet. Wobei einige Smarte Module bereits mit WLAN arbeiten (kostet meist aber extra), alternativ kann man natürlich auch Powerline-Adapter nutzen (also Internet über die Stromleitung).

Bei uns sieht das so im Hauswirtschaftsraum aus: links die Gastherme, rechts unten (wo noch die orangenen Kabel rausschauen) unser Heimnetzwerk.

Gastherme, Ausgleichskasten für Fussbodenheizung sowie Sicherungskasten

Gastherme, Ausgleichskasten für Fussbodenheizung sowie Sicherungskasten

Günstige Alternativen zur smarten Steuerung?

Ja, aber gibt es nicht auch deutlich günstigere Alternativen? Brauch ich gleich ein teures Smarthome-Produkt dafür? Um eine Heizung sparsam zu steuern benötigt man nicht immer eine „intelligente Smarthome Heizung“, denn es gibt auch einige kleineren Maßnahmen mit denen man erste Ergebnisse erzielen kann. Seit einiger Zeit befinden sich zum Beispiel eine Vielzahl von elektronischen Thermostaten auf dem Markt. Diese werden direkt am Heizkörper angebracht und können diesen dann effizient steuern (das ist dann vielleicht auch kein ganzes System, aber einzelne Smarthome-Elemente sind es dennoch). Da die meisten neugebauten Häuser fast ausschliesslich auf Fußbodenheizung setzen, kommt diese Lösung jedoch oftmals nicht in Frage.

Als wir vor einigen Jahren unser Haus gebaut haben, gab es die Smarthome Steuerungen leider noch nicht. Und etwaige Systeme a la KNX waren uns zu aufwändig und zu teuer. Wir haben daher im Rahmen unserer Elektroplanung auf eine light-Variante gesetzt noch in die Kosten für die Elektroinstallation gepasst haben. Wir haben einige digitale Wandthermostate mit Zeitschaltuhr eingebaut. Über den integrierten Timer lassen sich somit pro Raum (bzw. pro Heizkreis, der meist aber pro Raum eingerichtet ist) individuelle Zeitfenster zum Heizen einrichten.

Zeitschaltuhr & Timer für Raumtemperatur, Rolladen und Licht

Zeitschaltuhr & Timer für Raumtemperatur, Rolladen und Licht

Konkretes Beispiel: Natürlich soll morgens ab 05 Uhr die Heizung laufen. Aber da sich von Montag bis Freitag frühmorgens niemand im Wohnzimmer aufhält, muss dieses nicht geheizt werden. Am Wochenende soll dies natürlich geheizt werden, wobei es aber noch nicht ab 06 Uhr warm sein muss. Das funktioniert schon ganz gut soweit.

Pro Raum betrachtet ist so eine Zeitschaltuhr mit Kosten von 50-80 Euro natürlich noch vertretbar. Für das gesamte Haus summiert sich das dann aber schon ganz schön und liegt dann auch schnell mal über den Kosten einer smarten Steuereinheit.

Eine Nachrüstung solch einer Steuereinheit für bestehende Heizungsanlagen ist in den meisten Fällen übrigens auch möglich und verursacht je nach System einige hundert Euro. Auf einige Jahre gerechnet lassen sich diese Kosten durch einen effizienteren und sparsameren Energieverbrauch natürlich wieder reinholen. Das kann man zb hier bei Bosch HomeCom mal ausrechnen..

Würden wir aktuell neu bauen würden wir direkt auf eine Smarthome-Lösung gehen. So könnten wir nicht nur die individuelle Zeitsteuerung per Raum, sondern auch alle weiteren Vorteilen solcher Systeme nutzen zu können.

Hier mal ein paar typische Funktionen und Features solcher smarten Heizsysteme:

  • Temperaturverlauf der Heizung und Heizkreise sowie Steuerung dieser
  • Aktueller Energieverbrauch sowie Verlaufsstatistik, auch in Korrelation mit der Außentemperatur
  • Timer – Steuerung nach Uhrzeit und Tagen
  • Zugriff per App, von überall aus dem Internet möglich

Das hört sich schon ganz nett an. Ob man die Steuerung aus dem Internet nun wirklich benötigt sei mal dahin gestellt. Aber uns faszinieren die Statistiken für die einzelnen Heizkreise die man dann über Tage, Monate und Jahre anschauen kann. Daraus können dann Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Ausblick für SmartHome:
Aktuell denkt man vielleicht solche Steuerungssystem noch als Zukunft abspeisen zu können. Die Realität ist aber, das schon jetzt immer mehr Menschen auf diesen Komfort und Einsparungspotential setzen. Und in einigen Jahren wird es sicherlich kaum vorstellbar sein, keine Smarthome-Geräte oder Steuerungen mehr zu nutzen. Speziell beim Neubau werden diese Installationen sehr bald zur Standard-Ausrüstung werden.

Und seid euch sicher, wir vom Hausbau Blog werden daher auch verstärkt über dieses Thema berichten.



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