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Exotische Pflanzen im heimischen Garten und Terrasse?



Kann man exotische Pflanzen zur Gestaltung des Garten und Terrasse nutzen? Welche Arten sind geeignet und weit verbreitet? Eine Bestandsaufnahme mit vielen Fotos aus unserem Garten.

Globalisierung überall – zu erkennen u.a. an der Vielzahl verfügbarer exotischer Pflanzen für den Garten oder Terrasse. Möglicherweise denkt man bei „exotisch“ gleich an Karibik, Südsee und co, aber bei Pflanzen würde ich das viel weiter fassen. Denn eigentlich sind alle Blumen, Obstsorten, Kräuter etc die in unseren Breitengraden nicht heimisch sind für mich exotisch. Und ich gehe davon aus, dass dies zb. Pflanzen aus dem warmen Mittelmeer-Raum ähnlich sehen wenn sie Wind, Regen und kaltem Wetter ausgesetzt sind.

Exotische Pflanzen

Fast schon alltäglich sind exotische Pflanzen natürlich bei der Inneneinrichtung.

Großblättrige Fächer, Palmen oder die Yucca-Palme sind wohl aus fast keiner Wohnung mehr wegzudenken.

Aber auch die vielfach verbreiteten Orchideen sind alles andere als einheimische Gewächse.

Orchidee

Orchidee

Der Vorteil wenn die Pflanzen drinnen wachsen ist klar. Sie sind nicht dem eher kühlen deutschen Wetter ausgesetzt.

Dennoch gibt es auch eine ganze Reihe von exotischen Pflanzen die im durchschnittlichen Einfamilienhaus-Garten oder auf der Terrasse im Kübel wachsen.

Wir haben einmal in unseren Garten geschaut und eine kleine Bestandsaufnahme gemacht.

Exotische Pflanzen im Garten und Terrasse

Im Vorgarten steht bei uns eine Datura, auch Engelstrompete genannt, die uns fast den ganzen Sommer und Herbst über mit Blüten versorgt. Überwintern muss sie natürlich drinnen.

Engelstrompete: Datura fast mit Ganzjahres-Blüten im Vorgarten

Engelstrompete: Datura fast mit Ganzjahres-Blüten im Vorgarten

Direkt nebenan befindet sich eine Lagerströmie – auch Flieder des Südens genannt. Hier steckt die Herkunft bzw. die Nicht-Heimat schon im Namen.

Lagerströmie im Garten - der Flieder des Südens

Lagerströmie im Garten – der Flieder des Südens

Mittlerweile ebenfalls oft zu finden in deutschen Gärten: Magnolia Stellata Rosea. Auch wenn sie mitunter prächtig wächst, stammt sie nicht aus unseren Gefilden.

Riesengross: Magnolia Stellata Rosea

Riesengross: Magnolia Stellata Rosea

Ein Blick in unser Pflanzbeet und auf die Terrasse verrät gleich mehrere Pflanzen die nicht von hier stammen:

Mandelbaum: Sieht im Frühling zwar sehr schick aus mit seinen rosa-rüschigen Blüten, stammen aber eher aus Asien als aus Europa.

Mandelbäumchen mit fast verblühter Blüte

Mandelbäumchen mit fast verblühter Blüte

Bambus: Diese großen und schnell wachsenden Sträucher werden gerne als Begrenzung oder üppiger Sichtschutz genutzt, stammen aber eigentlich aus Asien.

Bambusstrauch auf der Terrasse als Begrenzung

Bambusstrauch auf der Terrasse als Begrenzung

Auf unserer Terrasse steht ein kleiner Olivenbaum im Topf. Auch wenn er das heimische Klima ganz gut verträgt fühlt er sich im Mittelmeer-Raum bedeutend wohler.

Olive im Topf - Olivenbaum / Olivenstämmchen auf der Terrasse

Olive im Topf – Olivenbaum / Olivenstämmchen auf der Terrasse

Direkt daneben erfreut uns ein kleines Lavendelstämmchen, welches seine Heimat ebenfalls in eher südlichen Regionen hat.

Lavendel-Topf auf der Terrasse - Lanvdelbaum / Lavendelstämmchen

Lavendel-Topf auf der Terrasse – Lanvdelbaum / Lavendelstämmchen

Für eine weitere mediterrane Gestaltung hatten wir versucht eine Palme auf unserer Terrasse wachsen zu lassen. Naja, was soll ich sagen: klassischer Fehler. Aber seht selbst.

Yucca-Palme im Topf auf der Terrasse - gelb und eingegangen

Yucca-Palme im Topf auf der Terrasse – gelb und eingegangen

Dabei muss man aber auch sagen, dass das eine 7,99 Euro-Pflanze aus dem Supermarkt war. Hier wollen wir noch ein weiteres Experiment starten und uns an speziell für den kalten Außenbereich geeigneten Palmen versuchen.

Ein weiterer exotischer Klassiker deutscher Hausgärten ist der Hibiscus welchen es in zig-Varianten gibt und unserem Wetter durchaus erfolgreich trotzt.

Im Bereich der Kletter- und Rankpflanzen gibt es mittlerweile auch eine große Auswahl an Pflanzen. Oftmals sind dies dann sogar Schlingpflanzen, was alleine von Namen her schon exotic und Dschungel versprüht. Da kann der gute deutsche Efeu einpacken.

Bei uns im Garten am selbstgebauten Sichtschutz-Rankgitter begrüßen wir hier eine Klematis – auch Waldreben genannt. Diese kommt zwar auch teilweise in Europa vor, vorzugsweise jedoch auch in Afrika und Amerika.

Campsis Madame Galen – die Klettertrompete – ursprünglich aus Amerika sowie Japan/China. Hinzu gesellt sich ein Chinesischer Blauregen bei dem die Herkunft schon im Namen steckt.

Rankgitter mit Pflanzen

Rankgitter mit Pflanzen – Klettertrompete und Klematis

Rhododendron – mittlerweile fast schon ein Klassiker deutscher Vorgärten. Stammt aber eigentlich aus Asien.

Lila Rhododendron im Garten

Lila Rhododendron im Garten

Ebenso die Harlekinweide.

Harlekinweide im Garten

Harlekinweide im Garten

Oder die Agave (steht nicht bei uns im Garten, aber bei Oma und Opa)

Agave im Topf im Garten

Agave im Topf im Garten

Auch nicht bei uns im Garten, aber dennoch eine Erwähnung wert sind die vielen verschiedenen exotischen Früchte die mittlerweile in deutschen Gärten wachsen. Angefangen bei Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen, bis hin zu Kiwi, Aprikose und Pfirsichen. Im Gemüse-Bereich finden sich immer öfter Zuchini oder Aubergine wieder.

Zitrusfrüchte im Topf - Orangen und Zitronen

Zitrusfrüchte im Topf – Orangen und Zitronen

Exotische Pflanzen im heimischen Garten?

Bei exotischen Pflanzen gilt es ein paar Dinge zu beachten so dass sie an ihnen lange Freude haben.

Natürlich können Sie etwaige Pflanzen bei Angeboten im Supermarkt erstehen, in der Regel haben Sie dann aber nur eine kurze Zeit daran Freude. Dafür waren sie dann aber sicherlich günstig.

Als echte Alternative kommen eigentlich nur die deutschen Gärtnereien in Frage. Oftmals haben diese sich der steigenden Nachfrage nach solch besonderen Pflanzen schon angepasst und bieten ein durchaus großes Sortiment. Der Vorteil hier ist zumeist, dass diese durch die Hand der Profis entweder schon veredelt, gekreuzt oder sonst wie auf das harte Leben in unseren Breiten angepasst wurden.

Auch spielt die Tatsache, dass die meisten Pflanzen in unserem Klima gezogen wurden und gewachsen sind eine wichtige Rolle. Die Pflanzen haben sich somit schon an das Klima akklimatisiert. Mindestens aber wird der geschulte Gärnter meist nur die Arten einer Gattung anbieten die per sé schon etwas Kälte-resistenter sind (im Gegensatz zum Supermarkt-Großeinkauf wo das meist keine Beachtung findet).

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Winter. Wenn möglich sollten Sie exotische Pflanzen drinnen überwintern lassen da diese zum Teil recht kälteempfindlich sind. Bei stark rankenden oder großen Pflanzen ist das natürlich nicht möglich, sofern diese aber ordentlich angewachsen sind sollten auch diese winterhart, also robust genug, sein um dem Winter trotzen können.

Abschliessend sei hier also festzuhalten, dass es selbst in unseren vergleichsweise kühlen Gefilden möglich ist mediterrane und exotische Pflanzen zur Gartengestaltung zu nutzen.

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