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Haus Bauen: Kosten im Vergleich – Baukosten von 80 Einfamilienhäusern

Kosten für den Hausbau eines Einfamilienhaus: Das darf das Haus bauen kosten. Einfamilienhaus-Neubau und die Hausbau-Kosten + Erfahrungen von 80 Bauherren im Vergleich.

In unserer Hausbau-Umfrage hatten wir auch die Kosten für den Hausbau in Deutschland abgefragt. Über 80 Bauherren hatten daran teilgenommen und hier wollen wir noch mal einen detaillierten Blick auf die Höhe der Kosten werfen.

Einige Interessante Auswertungen hatten wir schon aufgeschlüsselt:

Bezug nehmend auf die Antworten von 80 Bauherren wollen nun die Kosten fürs Haus bauen eimal genauer vergleichen:

  • Wie teuer ist der Bau eines Einfamilienhaus?
  • Wie hoch werden die Baukosten / Gesamtkosten inklusive Grundstück?
  • Was kostet ein Massivhaus?
  • Mit welchen Mehrkosten muss beim Neubau gerechnet werden?
  • Wie viel Baukredit sollte man aufnehmen?
  • Welchen Anteil haben Eigenleistungen am Hausbau?
  • Was sind typische Fehler und wodurch können die Kosten beim Haus bauen steigen?
Haus bauen: Baukosten beim Hausbau - Einfamilienhaus Kosten

Haus bauen: Baukosten beim Hausbau – Einfamilienhaus Kosten

Hausbau – Kosten im Vergleich

Nun aber erstmal die Ergebnisse der Hausbau-Kosten bzw. die Verteilung beim Einfamilienhaus Neubau im Vergleich hier in der Auswertungs-Grafik:

Durchschnitt der Kosten beim Hausbau und Grundstück

Durchschnitt der Kosten beim Hausbau und Grundstück

Mit ganz wenigen Berechnungen kommt man dann auf die folgenden Werte:

  • Nur 7% der neu gebauten Häuser (inkl. Grundstück) kosten weniger als 200.000 Euro.
  • 33% zahlen für den Hausbau zwischen 200 und 300.000 Euro (14% zahlen 200-250 und 19% zahlen 250-maximal 300.000 €).
  • 60% haben mehr als 300.000 Euro an Hausbau-Kosten.
  • Fast ein Viertel aller Bauherren zahlen sogar mehr als 400.000 Euro.
  • 6% geben mehr als 500.000 Euro aus (das wären 1 Million D-Mark!).
  • Im Schnitt kostet ein neues Haus samt Grundstück in den letzten Jahren/aktuell ca. 360.000 Euro! Bei einer empfohlenen Eigenkapitalquote von mind. 20% wären das mehr als 72.000 Euro aus eigenen Mitteln.

    Aber wie viel Haus bekommt man denn für das Geld? Im Schnitt ein Grundstück mit 714 Quadratmetern und eine Wohnfläche mit 150qm. Bei möglichen Baukosten pro Quadratmeter bei gehobener Ausstattung von rund 1.500 Euro würde nur das Haus 225.000 Euro kosten. Die eine Hälfte baut sich damit sogar einen Wohnkeller und/oder Dachboden aus. In jedem Fall bauen 4 von 5 Bauherren zu diesen Kosten ein Massivhaus (nur 14% Fertighaus; 8% Holzhaus) (mehr zu den Daten siehe oben in den verlinkten Artikeln zur eigentlichen Auswertung der Umfrage).

    Einfluss auf die Kosten beim Hausbau?

    Nicht nur die Grundstücks-Größe und die Wohnfläche beeinflussen die Kosten. An dieser Stelle wollen wir noch 2 Punkte näher beleuchten.

    Der Kosten werden natürlich auch maßgeblich durch den Anteil der Eigenleistungen beeinflusst. Zwar leisten über 1/3 aller Bauherren keine oder kaum Eigenleistungen (und bauen damit schlüsselfertig), 15% führen einige Malerarbeiten als Eigenleistung aus, aber jeder Vierte übernimmt die Maler- und Bodenarbeiten gleich komplett in Eigenregie und spart so einige Kosten. 17% übernehmen gar einige aufwändigere Leistungen, während 3% mehr als die Hälfte und 4% sogar ihr Haus fast ausschliesslich mit Muskelhypothek bauen.

    Hausbau wird teurer als geplant?

    Trotz dieser imposanten Leistungen sollte angehende Bauherren nicht leichtsinnig und zu knapp planen, denn: für 97% aller Bauherren wurde der Hausbau teurer als geplant. 14% waren sogar gezwungen eine Nachfinanzierung aufzunehmen. Hingegen wurde es bei 43% zwar teurer, blieb aber durchaus im Rahmen. Für weitere 40% sind wesentlich höhere Kosten als geplant angefallen, konnten aber durch eine gute Finanzplanung mit Reserven und ausreichend Puffer abgefangen werden (Tipp: Nachfinanzierung beim Hausbau vermeiden).

    Wodurch erhöhen sich die Hausbau-Kosten?

    Wenn trotz umfangreicher Planung und Kalkulation die anfallenden Kosten das Budget übersteigen ist natürlich der Grund dafür interessant.

    Bei lediglich 28% sind jedoch falsche Kalkulationen / falsche Annahmen oder Berechnungen schuld. Da sind schon eher diverse unvorhergesehene Sondereffekte bei 35% der Bauherren ausschlaggebend.

    Für die meisten Bauherren, nämlich 85%, fallen die zusätzlichen Kosten beim Haus bauen jedoch im weitesten Sinne für die Ausstattung und Einrichtung an.
    Bei 57% der Neubauten kommen höhere Kosten für die Haus-Technik, Installationen und Ausstattung wie zb. Rolladen, Treppe oder Technik zustande. Bei 28% sind die Kosten für Bemusterung wie Fliesen, Sanitär sowie Kosten im Bad und aufwändigere Türen (zb Schiebetür oder mit Seitenteilen aus Glas) unerwartet hoch.

    Letztendlich sind aber auch diese beiden letzten Punkte ein Hinweis auf Fehlplanung. Oder zumindest ein Anzeichen dafür, dass sich vor dem eigentlichen Bau bzw. Finanzplanung /Baufinanzierung nicht genug mit den Themen auseinandergesetzt wurde.

    Aber wie auch:
    Man hat schon genug mit allen Berechnungen und Beantragungen und Unterlagen für die Baufinanzierung zu tun, da ist es fast unmöglich sich alle Kosten im Detail aufzuschlüsseln. Beispiele gefällig: Wer denkt schon dran, dass für die Kosten einer Treppe mal locker zusätzliche 5.000 Euro fällig werden können oder die Kosten für die Elektrik beim Hausbau auch noch mal 10.000 Euro kosten kann. Oder der Kamin mit Kosten von rund 5-6.000 €. Oder seien es auch nur die Einbauspots in der Decke mit 700 Euro Und da reden wir noch nicht mal über die zusätzlichen Kosten für die Fliesen weil das Wunschexemplar nun leider doch ein paar mehr Euronen pro Quadratmeter gekostet hat als angenommen. Im Prinzip müsste man angehenden Bauherren den Tipp geben, vor der Vertragsunterschrift die Bemusterung durchzuführen (Dann muss man nur noch zu sehen dass man sich nicht selbst betrügt a lá “ach die Fliesen werden später schon reichen” – werden sie nämlich nicht.

    Wenn es beruhigt: uns erging es genauso (Ablauf und Planung unseres Einfamilienhaus). Und wer noch nicht gebaut hat und auf der Suche nach Informationen ist, der kann gerne mal in unsere Übersicht der Hausbau-Kosten einen Blick werfen (Nicht verschweigen wollen wir die Baunebenkosten oder Grundstückskosten).

    Letztlich ist es also extrem wichtig schon bei den ersten Ideen an den Hausbau und spätestens bei der Planung der Baufinanzierung sich schonungslos jeden möglichen Mehrkosten-Punkt genau anzusehen. Wo möglich sollten direkt in der Hauskalkulation Budget-Puffer eingebaut werden (zb. 3.000 Euro Mehrkosten für Fliesen; 2.500 für Treppe oder 2.000 für Türen – alles später noch zu bestimmen), denn so können diese bequem mitfinanziert werden. Oder aber es werden genug zusätzliche Reserven in Form von Eigenkapital bei Seite gelegt mit denen man sich später ein Plus an Ausstattung und Einrichtung leisten kann.

    Und wer immer noch nicht genug hat kann sich hier noch unsere Tipps und Erfahrungen beim Hausbau und Planung anschauen

    Update: Linktipp Einige Bauherren haben nach einer einfachen Übersicht als Liste gefragt. Hier ist sie: Liste Hausbau-Kosten: Tabelle Baukosten



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    3 Kommentare

    1. Kestutis Strimaitis

      Hallo,

      das ist echt ein lohnenswerter Beitrag! Sehr viele fragen sich, wie viel ein Haus kostet, denn es ist sau jämmerlich wenn man sich ein Kredit anlegt und das Geld am Ende doch nicht genügt.

      Doch mit preiswerten Fenstern und Türenkann man zum Glück jede Menge einsparen.

    2. Sabine Blum

      Sehr schöner Beitrag und sehr Informativ! Gut zu wissen wo man überral Geld Sparen kann.

    3. Sven

      Hallo,
      da habt Ihr Euch wirklich Mühe gemacht, um alle Informationen zusammen zu tragen. Es kann dazu beitragen, zukünftige Hausbauer auf zusätzliche Kostenfallen hinzuweisen und zu sensibilisieren.
      Einen Hinweis möchte ich allerdings auch noch geben. Der Vergleich auf die DM-Preise hinkt einfach. Vergleicht man den Zeitpunkt der EURO-Einführung mit heute veränderte sich der Preisindex von 86% auf 109% (27% Anstieg). Zudem wurde in der Zeit die Umsatzsteuer von 16 auf 19% und die Grunderwerbssteuer vielerort von 3,5 auf 5% erhöht. Wenn man das also mit den DM-Preisen vergleichen möchte, dann sollte man das fairerweise berücksichtigen und man käme auf einen Preis von ca. 380.000EUR bzw. 741.000 DM (Faktor 1,95583, nicht Faktor 2) mit Preisstand 2002.
      Der Preisanstieg für Bauland ist im Mittel noch höher. Er liegt bei über 60% seit 2002. Berücksichtigt man das, würde der DM-Preis noch weiter sinken.
      Und letztlich stieg auch der Ausstattungsstandard (Dämmung, Haustechnik, Sanitär, etc.) in den letzten 12 Jahren deutlich.
      Gruß, Sven

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