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OSB-Platten beim Hausbau – Verwendung, Vorteile, Beispiele

Die Wunderwaffe beim Hausbau: OSB-Platten. Beispiele zur Verwendung im Dachboden als Fußboden sowie beim Carport / Terrassenüberdachung als Dach-Decken-Konstruktion

Was heißt eigentlich OSB? Der Name ist eine Abkürzung für “oriented strand board” auf deutsch: Platte aus ausgerichteten Spänen. Daher hört man bei uns auch ab und an die Bezeichnung Grobspanplatte. Im Prinzip sind das gepresste Holzspäne, wobei diese Späne früher ein Abfallprodukt der Holz- und Möbelindustrie waren. Im Übrigen nicht zu verwechseln mit USB – das ist die Stecktechnik am Computer ;-)

Die Herstellung und Produktion der Platten ist gegenüber anderen Materialien vergleichsweise kostengünstig weshalb sie daher auch gerne zur Abdeckung großer Flächen genutzt werden. Aber insbesondere zählen hier auch die positiven Eigenschaften des Materials: es ist nicht nur besonders tragend und stabil, es bietet gleichzeitig Flexibilität weil es leicht nachgibt und nicht komplett starr in seiner Form bleibt. Was natürlich auch auf die Konstruktion bzw. die Verwendung und den Einbau der Platten ankommt.

OSB-Platten beim Hausbau - Dachkonstruktion fürs Carport

OSB-Platten beim Hausbau – Dachkonstruktion fürs Carport

Ein weiterer Vorteil ist die leichte Verarbeitung. Außer einer Säge (Fuchsschwanz oder Handsäge jedoch nur bei kleineren Zuschnitten, sonst eher die elektrische Stichsäge oder Kappsäge) und normalen Schrauben braucht man nicht viel zur Montage.

Zudem ist die Beschaffung recht einfach. So ziemlich jeder Baumarkt hat sie meist in unterschiedlichen Größen auf Lager. Mittlerweile lässt sich das Allround-Talent OSB-Platte sogar auch im Internet bestellen.

Standard-Stärken sind dabei: 9, 12, 15, 18, 22, 25, 30, 40 mm. Bei den Maßen gibt es ebenfalls diverse Unterschiede: Beispielgrößen wären zb 67,5 cm breit x
184 cm hoch oder auch bis zu 2 x 2,7 m.

Verwendung von OSB Platten beim Hausbau

Beim Hausbau sind OBS-Platten mittlerweile nicht mehr weg zu denken. Der meistgenutzte Verwendungszweck ist hierbei sicherlich ein Verlegen im Spitzboden (also direkt unterm Dach) um dort nicht extra einen aufwändigen Fußboden einzuziehen.

Bei Bauherren die einen hohen Anteil an Eigenleistungen aufbringen wollen ist das eine gern übernommene Arbeit die in Eigenregie durchgeführt wird. Während das zuschneiden und die Verlegearbeit vergleichsweise einfach verläuft, besteht der größte Aufwand hier wohl die Platten unfallfrei auf den Dachboden zu transportieren.

Gerde wenn im Eingangsbereich oder Treppenaufgang schon gemalert ist, sollte man höllisch aufpassen. Denn je nach Zuschnitt und Größe können sie doch etwas unhandlich sein.

Auch bei uns bilden OSB-Platten die Lauffläche im Spitzbogen. Wir haben das jedoch von unserer Baufirma durchführen lassen. Die Kosten für Material sind so oder so gleich und nur die Arbeitsleistung macht somit den Unterschied in den Kosten aus. Günstiger als OSB-Platten wäre wohl nur Rauhspund, wie dieser Bauherr vorrechnet. Andere wollen sogar Teppich direkt auf den Platten verlegen

Bodentreppe samt OSB-Platten auf dem Dachboden

Bodentreppe samt OSB-Platten auf dem Dachboden

Neben der Nutzung als Fußboden haben wir die Platten noch als Decke verbaut. Und zwar beim Carport und der Terrassenüberdachung.

Vorstellung: Unser Carport. Natürlich selber gebaut.

Beim Terrasse anlegen die Planung der Terrassenüberdachung beachten

Beim Terrasse anlegen die Planung der Terrassenüberdachung beachten

Im Prinzip besteht das gesamte Dach des Carports sowie die Terrassenüberdachung aus OSB-Platten.

Planung - Carport selber bauen

Planung – Carport selber bauen

Auf das Grundgerüst aus Dachbalken und Querbalken haben wir einfach passende OBS-Platten verschraubt.

Dachpappe auf dem Carport-Dach verlegen

Dachpappe auf dem Carport-Dach verlegen


Anschliessend noch eine Schicht Dachpappe rauf und fertig ist das stabile und günstige Dach.

Nachteile von OSB-Platten

Wie immer gilt, wo es Vorteile gibt da sind auch die Nachteile nicht weit. Für manch einen mag die Oberfläche ja etwas rustikal aussehen, für das öffentliche zur Schau stellen ist sie aber sicherlich nicht geeignet.

Bei uns wird das an der Terrassenüberdachung ganz gut ersichtlich. Beim Blick von unten, zb. wenn man ganz normal sitzt, sehen die OSB-Platten nicht ganz so gut aus. Sicherlich könnte man das jetzt noch mit Latten, Brettern o.ä. verkleiden, haben wir aber noch nicht getan.

Und während ich oben die Stabilität und Beständigkeit der Platten gelobt habe, muss man deutliche Abstriche machen sobald sie dem Wetter ausgesetzt sind. Während Sonneneinstrahlung die Oberfläche nach einiger Zeit deutlich grau färbt, quellen Sie durch Regen und Wasser auf und fangen gar oftmals an zu stocken und Schimmel anzusetzen. Solange man das aber beachtet und sie nicht dauerhaft Feuchtigkeit aussetzt ist das kein größeres Problem.

Unser nächster Einsatzgebiet wird übrigens vielleicht ein kleines Spielhäusschen für die Kinder. Quasi Hausbau No. 2.



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2 Kommentare

  1. Schedler, Michael

    Guten Tag,
    eine wunderschöne Seite haben Sie da aufgebaut mit wertvollen Tipps und Anleitungen. Herzlichen Dank dafür!
    Mir ist ein Bild besonders aufgefallen und zwar ” Bodentreppe samt OSB-Platten auf dem Dachboden ”
    Die Deckenbalken ( ich tippe mal auf 200x100mm ? ) sind nicht durchgehend, sondern mittels Metallverbinder angeschuht. Die Vernagelung ist nicht eindeutig erkennbar, das 5-er Muster ist nicht sichtbar. Eine innenliegende Tragplatte ist wegen der nicht erkennbaren Verschraubung nicht anzunehmen. War die Balkenlage zum Zeitpunkt der Aufnahme noch im Bau? Wieso durften Sie diese dann betreten, geschweige denn mit OSB- Platten belasten??? Wenn dies der Endzustand sein sollte, dann ist ihr Dachstuhl gravierend aber solide einsturzgefährdet. Ich möchte sogar soweit gehen zu behaupten, dass diese Konstruktion kein zugelassener Statiker abgesegnet hat und kein Fach- Handwerker in diesem Zustand belassen hat. Die Nagelplatten dürfen nicht zum Anschuhen von Balken verwendet werden. Eine konstruktive Unterbrechung der Balkenlage mit daran aufgesetzten Sparren ist zudem eine extrem kritische Sache und kann nur durch zwei konstruktive Methoden sach- und fachgerecht ausgeführt werden. 1. es werden beidseits seitlich Konstruktionsbalken von der Balkenhöhe, aber 1/2-er Breite auf mind. 1m ( besser mind. 1,6m) aufgeschlagen. Diese sollten mit mind. 10mm ( besser 12 o.14mm) Schlossschrauben oder auch Gewindestangen guter Qualität angeschlagen werden. ( mind. 2 Schrauben je Balkenkopf mit Holzverbinder Bulldog- Sternen )
    2. innenliegende Verspannung- d.h. die Deckenbalkenenden wir senkrecht ganz oder zu 95%, d.h. bei einem 200-er Balken auf 190mm senkrecht!!!! aufgeschnitten. In den Schnittspalt wird eine Metallplatte eigelegt, die bei dieser Konstruktion auf jeden Fall viel mehr als 2mm stark ist! Diese Platte ist mit Löchern versehen und wird gleichfalls durch großzügig bemessene Schlossschrauben oder Gewindestangen mit Unterlegscheiben und selbstsichernden Muttern verspannt.
    Das muss aber unbedingt ein Statiker konkret berechnen.
    Bitte bedenken Sie: Ein Balken ist nur so tragfähig, wie seine schwachste Stelle es zulässt. An dem Stoss der Balkenköpfe ist der Balken ( geschätzt) 100x 4mm stark. Warum wurde dann nicht gleich anstelle der Balken je ein Metallband von 100x 4 mm eingebaut? Weil es auch dem Laien klar würde- dies jobbt so nicht!
    Zudem ist es nicht zulässig, dass ALLE Balken eine Balkenlage ( bei einem Neubau!) angeschuht werden- und vor allem nicht an der gleichen Stelle. Jeder 2. Balken ist noch Ok, wenn fachlich korrekt ausgeführt.
    Vielleicht liege ich ja total falsch und ein Statiker hat eine andere Lösung- welche mir noch nicht bekannt ist- gefunden.
    Eine letzte Frage für mich wäre: Wie möchten Sie auf den Boden gelangen? Mit einer Klapptreppe z.B. wird es sehr eng. Entweder unten- oder oben. Nach meiner Ansicht gehörte der Durchstieg weiter in Richtung Giebel. Eine Pi- mal Daumen- Formel für Spitzböden bis 2m Stehhöhe besagt: Leiteranschlag an OK Durchstieg 30 cm vor (querlaufendem) Giebel. Das sichert zum Einen die Kopffreiheit im Spitzboden und zweites die Möglichkeit den Boden gefahrlos betreten zu können.
    So, das war nur etwas, was mal eben auffiel.
    Nichts für ungut! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Jahr 2016!
    M. Schedler

  2. Pingback: Dachboden ist der neue Keller – Stauraum & Stellfläche optimieren | Hausbau Blog

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