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Baufinanzierung reicht nicht fürs Haus? Nachfinanzierung beim Hausbau vermeiden!

Die Baufinanzierung fürs Haus ist ausgeschöpft und das Geld reicht nicht oder der Hausbau wird teurer als geplant? So versuchen wir die Nachfinanzierung beim Hausbau zu vermeiden – einige Tipps und Tricks gegen das nachfinanzieren.

Wir planen den Bau eines Einfamilienhauses und benötigen dafür eine Baufinanzierung. Natürlich haben wir auch einen gewissen Eigenkapitalanteil in der gesamten Haus-Finanzierung, trotzdem wird der Großteil des benötigten Kapitals über den Baukredit abgewickelt werden müssen, wobei ein Teil läuft natürlich noch über das KfW-Darlehen läuft.

Gründe für Nachfinanzierung beim Hausbau

Wenn nun plötzlich das Geld nicht reicht, oder die Hausbau-Kosten in 2012 höher als erwartet ausfallen, sollte man sich zu allererst fragen, wie dass passieren kann. Gab es Fehler in der Kalkulation oder in der Finanz-Planung? Wurde die Hausfinanzierung ohne Eigenkapital geplant? Hat man sich total verschätzt? Treten unvorhersehbare Probleme oder ungeplante Ausgaben auf?

Nachfinanzierung der Baufinanzierung?

Falls diese oder ähnliche Gründe eine Nachfinanzierung beim Hausbau notwendig machen, sollte man zu allererst auf die Zusatz-Kosten achten. Eine Erhöhung der Baufinanzierung bedeutet natürlich auch, dass die anschliessenden Zinsen und Raten steigen werden, und bei einer scheinbar sowieso schon knapp kalkulierten Finanzierung kann das den Bauherren später bei der Abzahlung des Kredit in Schwierigkeiten bringen. Nicht selten soll es deshalb auch vorkommen, dass Banken und Sparkassen eine Nachfinanzierung abgelehnen.

Nachfinanzierung beim Hausbau durch Eigenkapital vermeiden

Um ein solides Finanzkonzept auf die Beine zu stellen, ist neben der Baufinanzierung der Eigenkapital-Anteil wichtig. Als goldene Regel sollte mind. 20-30% der Kosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden können. Auch ist eine Bargeld-Reserve in Höhe von 10% der gesamten Hausbau-Kosten sinnvoll – diese sollte dann jedoch nicht bei der Baufinanzierung berücksichtigt werden, sonst wird sie ja mit einberechnet und dient kaum mehr als Puffer für ungeplante Ausgaben.

Tipps um die Nachfinanzierung zu vermeiden

Wer die Hinweise zur Eigenkapitalregelung zwar kennt, sich aber schlichtweg nicht leisten kann, für den sind ggf. nachfolgende Tipps interessant.

  • Eigenkapital – Puffer und Reserven einplanen
  • Sowohl einen kleinen Eigenkapitalanteil auf versteckten Konten oder in vorhandenen Aktien bewusst nicht verplanen. Wenn es eng auf eng kommt, hat man so noch eine Stille Reserve vorhanden.

  • Kosten höher Kalkulieren
  • Rechnen Sie sich vorher alle möglichen Kosten zusammen. Denken Sie an alle Kosten rum ums Grundstück (Kaufpreis, Makler, Notar, Bescheide etc – Tipp: Checkliste Grundstück kaufen), an alle Baunebenkosten (u.a. Erschliessungskosten wie Wasser, Gas und Strom) aber auch an die mögliche Doppelbelastung durch Miete und Bereitstellungszinsen.

  • “Pauschale“ Positionen in der Baufinanzierung
  • Wir haben uns in unserer Hausfinanzierung über die Bank noch eine große Pauschale für die Aussenanlagen kalkulieren lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht was wir wie im Garten machen wollen, zur Not ließe sich ein großer Teil des Geldes aber auch für den Hausbau nutzen (dazu passend unser Baufinanzierungsbericht über die ING Diba).

  • Mehrkosten durch Bemusterung vermeiden
  • Klassischer Kostentreiber im Eigenheim sind die höheren Kosten durch die Bemusterung. Hier mal ein Hunderter, hier mal zweitausend Euro – das läppert sich und schon ist man sehr schnell über seinem Budget. Entweder klare Grenzen ziehen, oder aber wie wir es gemacht haben, uns im Hausbau-Angebot direkt Positionen für Mehrkosten freigelassen, die wir später quasi frei zur Verfügung haben. Somit steigt zwar die Summe der Baufinanzierung, wir haben aber wieder etwas mehr Sicherheit gegenüber einer drohenden Nachfinanzierung gewonnen, weil wir diverse Kostentreiber schon integriert haben. Exemplarisch einige Positionen die wir direkt höher geplant haben: Fenster und Türen, Badezimmer-Ausstattung, Treppe, Fliesen, Parkett und Laminat sowie die gesamte Elektro-Ausstattung.

  • Nicht alles auf einmal
  • Nicht notwendige Dinge kann man auch gut nach hinten schieben. So z.b. die Gartengestaltung, die neue Couch, den Carport oder Garage, den Brunnenbau etc. Vielleicht können Sie auch noch rechtzeitig an der ein oder anderen Stelle den Ausstattungsstandard und somit die Hausbau-Kosten pro Quadratmeter nach unten drücken. Von Überlegungen wie einer komplexen Haus Steuerung sollten Sie demnach auch gleich mal die Finger lassen.

Nachfinanzierung bei Verwandten

Hört sich vielleicht doof an, aber manchmal ist es sehr ratsam, sich die Nachfinanzierung über einen privaten Kredit von Verwandten (Oma oder Eltern) zu borgen. Gerade wenn es sich bei der benötigten Finanzierungslücke nur um wenige Tausend Euro handelt oder wenn ein bald fällig werdender Bausparvertrag oder ähnliches bald zuteilungsreif wird, es aber nur noch eine kurze Zeit zu überbrücken gibt.

Das waren unsere Tipps, wir hoffen sie zahlen sich zumindest für uns aus und wir benötigen keine Nachfinanzierung für unser Haus. Haben Sie noch weitere Hinweise und Möglichkeiten wie man sich das nachfinanzieren sparen kann? Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

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4 Kommentare

  1. Sandra Schmidt

    Danke für den interessanten Artikel. Aber ich komm immer durcheinander mit der Begriffsvielfalt. Ist in dem Artikel das gleiche gemeint wie Anschlussfinanzierung oder ist das etwas anderes?

  2. Phillip Beyer

    Hallo Sandra,

    der Artikel behandelt das Problem, dass die Darlehenssumme nicht ausreicht und das Defizit finanziert werden muss. Da dies zu einer Mehrbelastung führt, können sich viele den Bau nicht mehr leisten und ihr Traum vom Eigenheim zerplatzt.

    Eine Anschlussfinanzierung ist eine Verlängerung der Zinsbindung deines Darlehens. Da die Zinsbindung selten über die gesamte Tilgungszeit besteht, hast du zwei Möglichkeiten. Wenn du genügend Eigenkapital angespart hast, kannst du das Darlehen mit einer Sondertilgungszahlung endgültig abzahlen. Falls dies nicht möglich ist, ist es ratsam einen neuen Darlehensvertrag abzuschließen und damit den alten abzulösen, um sich gegen unerwartete Zinserhöhungen zu schützen.

    Ich hoffe, dass es jetzt besser verständlich ist.

    Gruß
    Phillip

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